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Sonnenschutz und Sonnenpflege

Sommer, Strand und Sonnenschein – wir alle freuen uns auf die warme Jahreszeit. Aber mit den ersten warmen Sonnenstrahlen steigt nicht nur die Laune, sondern auch die Sonnenbrandgefahr. Ein regelmäßiger Sonnenschutz ist für die nächsten Monate unerlässlich.

Definition

Sonnenschutz in Form von Sprays, Cremes oder Gelen verhindert durch Sonne verursachte Lichtschäden. Man unterscheidet akute Lichtschäden wie Sonnenbrand und Lichtdermatosen (= Hauterkrankungen durch Licht) von chronischen Lichtschäden wie beschleunigte Hautalterung und Hautkrebs.

Der ideale Sonnenschutz ist dabei nicht nur photostabil, sondern auch optimal hautverträglich, d.h. er sorgt für die Zufuhr von Lipiden und gleicht Feuchtigkeitsverluste aus. 

Man unterscheidet zwei Funktionsprinzipien: 

  1. Schutz durch UV-Filter (UVA & UVB)

          Diese Filter wandeln die aufgenommene Strahlungsenergie in Wärme um, die dann wieder abgegeben wird.

 

  1. physikalischer Schutz durch Mikropigmente (= Pulver wie z. B. Zinkoxid)

          Diese Filter reflektieren und streuen die aufgenommene Strahlung. 

Der Lichtschutzfaktor 

Jeder Sonnenschutz ist mit dem entsprechenden Lichtschutzfaktor („LSF“) gekennzeichnet. Dieser ist ein Maß für die Stärke des Schutzeffektes vor UVB-Strahlen und somit für die Zeit, die man sich einer direkten Sonneneinstrahlung aussetzen darf.

Einfach ausgedrückt gibt der Lichtschutzfaktor an, wie viel mal länger man sich in der Sonne aufhalten darf, bis es zu einem Sonnenbrand kommt, als wenn man sich ohne Sonnenschutz im Freien aufhält.

 

niedrig

LSF 2,4,6

vorgebräunte bis braune Haut, dunkle Augen und Haare

mittel

LSF 8,10,12

vorgebräunte bis braune Haut, dunkle Augen und Haare

hoch

LSF 15,20,25

Normale Haut, braune Augen und Haare

sehr hoch

LSF 30,40,50

Blasse Haut, rote & helle Haare, helle Augen, Sommersprossen

ultra

LSF 50+

Blasse Haut, rote & helle Haare, helle Augen, Sommersprossen

 

Grundsätzlich ist die Wahl des Lichtschutzfaktors zusätzlich von der individuellen Empfindlichkeit der Haut sowie von der UVB-Intensität am Ort der Bestrahlung abhängig.

Reizen Sie die Zeit, die der LSF Ihren Aufenthalt im Freien verlängert nie ganz aus – keinen Sonnenbrand zu bekommen bedeutet nicht, dass noch ausreichend Schutz vor chronischen Lichtschäden da ist. 

Sonnenallergie und Mallorca-Akne 

Eine Sonnenallergie beschreibt eine lichtabhängige, überschießende Hautreaktion mit Symptomen wie z.B. Pusteln, Juckreiz oder Entzündungen. Die Ursachen sind vielfältig:

 mangelnde Ausbildung des natürlichen LSF der Haut

  • Allergie auf Sonnenschutz

  • Auswahl falscher Sonnenschutzpräparate

  • Allergie auf regelmäßig einzunehmende Medikamente oder täglich benutzte Kosmetika

 

Leiden Sie an einer Sonnenallergie, sollten Sie darauf achten, ausreichend Hautpartien durch Kleidung zu schützen sowie immer LSF 50+ zu verwenden. Prophylaktisch ist die Einnahme von Calcium sowie beta-Carotin möglich sowie der Einsatz von Antihistaminika wie Cetirizin und Loratadin. 

Die sogenannte Mallorca-Akne tritt v.a. bei fettiger, feuchter Haut auf und zeichnet sich durch stark juckende, rote Pusteln an Oberarmen, Schultern und Dekolletee aus. Im Gegensatz zur Sonnenallergie tritt die Mallorca-Akne nur bei ungewohnt hoher Sonnenintensität im Urlaub und praktisch nie in Deutschland auf.

Achten Sie hier darauf, Sonnenschutz ohne Fette und Emulgatoren zu verwenden, besser sind wasserhaltige Zubereitungen wie Gele. Verwenden Sie nach dem Sonnenbad Apres-Sun-Präparate ebenfalls in Gelform, um Feuchtigkeitsverluste auszugleichen. Auch hier kann die frühzeitige Gabe von Antihistaminika helfen.

Sonnenschutz bei Kindern 

Der Großteil der im gesamten Leben einwirkenden UV-Dosis wird in Kindheit und Jugend aufgenommen und steigert bei fehlendem Schutz das Risiko, langfristig an Hautkrebs zu erkranken. Kinder und Jugendliche haben außerdem ein erhöhtes Sonnenbrandrisiko, da ihre Epidermis noch viel dünner ist als im Erwachsenenalter und die Eigenschutzmechanismen der Haut (z.B. Bräunung) noch nicht komplett ausgebildet sind.

Insbesondere für Kinder gilt also:

 

  • Sonnenschutz mit hohem LSF und UVA-Schutz, wasserfest, ohne Duft und Konservierungsstoffe verwenden

  • nach jedem Bad den Sonnenschutz neu auftragen bzw. spätestens nach 2 Stunden

  • Mittagssonne meiden

  • überwiegend im Schatten aufhalten

  • 3-H-Regel: Hemd, Hose, Hut

Sport und Sonnen 

Wasser- und Wintersportler sowie Sportarten wie Radfahren und Wandern, bei denen man sich lange im Freien aufhält, haben besonders hohe Ansprüche an den Sonnenschutz.

  • Hoher LSF, auch für die Lippen mit UVA- und UVB-Schutz

  • wasserfest

  • Sonnenbrille, Hut und geeignete Kleidung

Achtung! Auch Taucher benötigen einen Sonnenschutz! 

Die richtige Anwendung von Sonnenschutz 

Neigen Sie zu fettiger und feuchter Haut, meiden Sie Präparate mit hohem Fettanteil und greifen besser zu Gelen oder Sprays auf Wasserbasis. Bei trockener Haut gilt das Gegenteil – Cremes mit Fettanteil, Lipogele oder Liposomenzubereitungen sind hier die richtige Wahl. Egal welcher Hauttyp Sie sind, beachten Sie vor dem Aufenthalt im Freien folgende Hinweise: 

  • erst reinigen und abschminken, dann den Sonnenschutz gleichmäßig und ausreichend auftragen

  • erstmalig 30 Minuten vor dem Rausgehen, dann alle 2 Stunden bzw. nach jedem Bad erneuern

  • immer erst den Sonnenschutz auftragen, dann andere Kosmetika

  • Achtung: bestimmte Medikamente erhöhen die Sonnenempfindlichkeit, z.B. Johanniskraut

  • Sonnenbrand nach Möglichkeit immer vermeiden 

Hautpflege nach dem Sonnenbad und bei Sonnenbrandgefahr 

Reinigen Sie Ihre Haut nach dem Sonnenbad schonend mit hautverträglichen Substanzen und tragen Sie danach auf jeden Fall eine Feuchtigkeitspflege auf. Gut geeignet sind dafür Apres-Sun-Präparate, da diese nicht nur die Feuchtigkeitsverluste der Haut wieder ausgleichen, sondern auch entzündungshemmende Substanzen enthalten wie z.B. Aloe Vera, Allantoin, Hamamelisextrakt.

Waren Sie doch etwas zu lange in der Sonne und haben einen Sonnenbrand bekommen, vermeiden Sie fettende und abdeckende Salben. Diese können zu einem Wärmestau führen und somit die Entzündung verschlimmern. Wie bei jeder Verbrennung sollten Sie die Hautbereiche kühlen, ggf. helfen Apres-Sun- oder Panthenolsprays. Bei Schmerzen können freiverkäufliche Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen, ebenso die Verwendung cortisonhaltiger Salben.

Bei großflächigen Verbrennungen wenden Sie sich bitte immer zunächst an Ihren Hausarzt.

 

 

 

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